Welche Produktionskosten müssen berücksichtigt werden?
Die Entgratkosten pro Teil ergeben sich, indem die gesamten Entgratkosten eines Fertigungsloses durch die Anzahl der qualitätsgeprüften Gutteile geteilt werden. Wer ausschließlich die Maschinenlaufzeit betrachtet, lässt einen Teil des tatsächlichen Aufwands unberücksichtigt. Bei TFON empfehlen wir, Rüsten, Beladen, Bearbeiten, Entladen und Prüfen gemeinsam zu bewerten. Die Personalkosten berechnen sich aus der auftragsbezogenen Arbeitszeit multipliziert mit den gesamten Personalstundenkosten. Betreut eine Person mehrere Aufgaben gleichzeitig, darf nur der entsprechende Zeitanteil dieser Bearbeitung zugerechnet werden. Schleifbandverbrauch und Bürstenverschleiß sollten anteilig entsprechend ihrer Nutzung im jeweiligen Los erfasst werden. Verwenden Sie für den Energiebedarf möglichst gemessene Verbrauchswerte und berücksichtigen Sie auch Absaugung und Druckluft. Wartung, Abschreibung und Gemeinkosten werden nach einem einheitlichen Verfahren zugeordnet. Sind diese Positionen bereits im Maschinenstundensatz enthalten, dürfen sie nicht erneut angesetzt werden. Zusätzliche Bearbeitungszeit und Verbrauchsmaterialien für Nacharbeit gehören zum Gesamtaufwand; jedes freigegebene Bauteil zählt jedoch nur einmal zur Gutteilmenge. Dadurch berücksichtigen die Entgratkosten pro Teil auch wiederholte Durchläufe. Für eine Bewertung mit unserem TFON Team benötigen wir Angaben zu Werkstoff, Dicke, Schneidverfahren, Gratzustand und geforderter Kantenqualität. Unterschiedliche Geometrien sollten getrennt ausgewertet werden, damit einfach zu bearbeitende Komponenten den höheren Ressourcenbedarf anspruchsvoller Teile nicht im Gesamtdurchschnitt verdecken. So entsteht eine nachvollziehbare Grundlage für vergleichbare Auswertungen und fundierte Entscheidungen im betrieblichen Produktionsalltag.
Wie ermöglichen Produktionsdaten einen zuverlässigen Vergleich?
Wählen Sie zunächst eine repräsentative Bauteilgruppe und dokumentieren Sie sämtliche Bearbeitungsstufen. Erfassen Sie Rüstzeit, Bedienzeit, Maschinendurchläufe, Verbrauchsmaterialien und Prüfergebnisse für dasselbe Fertigungslos. Verwenden Sie zur Berechnung der Entgratkosten pro Teil die Gutteilmenge anstelle der gesamten bearbeiteten Stückzahl, damit Qualitätsverluste sichtbar werden. Nachgearbeitete Komponenten beanspruchen zusätzliche Ressourcen, zählen im Ergebnis jedoch nur einmal. Eine höhere Vorschubgeschwindigkeit bringt daher möglicherweise keinen Vorteil, wenn weitere Durchläufe oder Korrekturen erforderlich werden. Bei TFON betrachten wir die Maschineneignung zusammen mit den benötigten Bearbeitungsstationen, den Bauteileigenschaften und der freigegebenen Produktionsmenge. Unsere TFON Entgrat- und Kantenverrundungsmaschinen bieten einen Ausgangspunkt, um passende Konfigurationen für Ihre Anwendung zu vergleichen. Halten Sie Werkstoff, Dicke, Gratzustand und Anforderungen an die Kantenqualität während des Vergleichs konstant. Bei kleinen Losen kann die Rüstzeit stärker ins Gewicht fallen, während bei längeren Produktionsläufen Werkzeugstandzeit und Prozessstabilität an Bedeutung gewinnen. Bewerten Sie unterschiedliche Losgrößen deshalb getrennt. Erfassen Sie außerdem Wartezeiten beim Beladen, Entladen und Prüfen, die den Durchsatz begrenzen. Dokumentierte Versuchseinstellungen erleichtern es, spätere Ergebnisse unter vergleichbaren Bedingungen zu beurteilen. Eine regelmäßige Auswertung verbindet Ressourcenverbrauch, Qualitätskonstanz und Nacharbeit zu einem vollständigen Bild. Produktionsentscheidungen beruhen dadurch auf dem gesamten Ablauf statt allein auf Bearbeitungsgeschwindigkeit oder einzelnen Maschinenkennzahlen. Veränderungen lassen sich frühzeitig erkennen und anhand der erfassten Daten anschließend gezielt untersuchen.